Markgräfin Wilhelmine, die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, ist für die Entstehung des Gartens verantwortlich, den wir heute besuchen wollen – den Felsengarten von Sanspareil. Schon in früheren Zeiten hatten die Wälder rund um die mittelalterliche Burg Zwernitz zwischen Bayreuth und Bamberg als Jagdgebiet der Markgrafen von Bayreuth gedient. Die Gegend ist einzigartig, denn sie besitzt einen natürlich gewachsenen Felsenhain. Er war so ungewöhnlich, dass eine Hofdame bei seinem Anblick im Jahr 1746 ausgerufen haben soll: „Ah, c’est sans pareil“ – „Das ist ohnegleichen!“ und damit dem Ort unabsichtlich zu seinem Namen verhalf. Als Friederike, die Tochter des Markgrafenpaares, heiratete, wollte man diesen besonderen Ort noch zusätzlich verschönern und dort eine Art Wundergarten anlegen – mit einem kleinen Schlösschen, einem Belvedere, einem Ruinentheater und anderen Staffagebauten. Dies alles sollte den natürlichen Felsengarten zusätzlich in Szene setzen. Und so wurden verschiedene geometrische Gartenbezirke und Gebäude in die naturbelassene Waldumgebung mit ihren bizarren Felsformationen und verschiedenen Höhlen eingefügt. Man baute auf einige der Felsen exotisch aussehende Häuschen und bäuerliche Hütten, von denen im Laufe der Jahrhunderte allerdings die meisten verloren gingen. Nicht verloren gegangen ist jedoch das Ruinentheater, das sich dem Wanderer wie eine Mischung aus Grotte und Ruine zeigt. Unter einem mächtigen natürlichen Felsenbogen liegt der Zuschauerraum. Der „Theaterbereich“ mit Orchestergraben, die Kulissenbögen und die Rückwand wurden aus Bruchsteinen gemauert.