Rheinsberg – der Traum des Prinzen Heinrich
Im Vergleich zu Wörlitz zählt das Rheinsberger Gartenreich leider zu den eher unbekannten Gartenanlagen – zu Unrecht, wenn man sich in den Titel „Das Rheinsberger Gartenreich – Sehnsuchtsorte in alten und neuen Bildern“ vertieft. Angelegt wurde das gartenkünstlerische Kleinod von Prinz Heinrich von Preußen, dem Bruder Friedrichs des Großen. Gut 50 Jahre verwendete der Prinz darauf, das Areal in ein grünes Refugium zu verwandeln. Malerisch am Grienericksee gelegen, spiegelt sich noch heute die markante Kulisse des umfassend restaurierten Rheinsberger Schlosses im Seewasser.
Das Rheinsberger Gartenreich zählt zu den bedeutendsten englischen Landschaftsgärten des frühen Stils auf deutschem Boden. Vieles, was Heinrich an Parkarchitekturen geschaffen hat, ist noch heute im Park wiederzuentdecken; manches Gebäude ging jedoch verloren, weil es zum Beispiel aus Holz und nicht aus Stein errichtet worden war. Doch das bis heute erlebbare, beeindruckende Zusammenspiel aus Natur, gestalteter Landschaft und Architektur vermag nach wie vor zu faszinieren.
In dem wunderschön gestalteten Band lässt sich dieses besondere Gartenensemble im Zusammenspiel historischer Darstellungen aus der Zeit um 1795 mit ästhetisch anspruchsvollen Fotografien von Leo Seidel entdecken. Vertiefende Texte zur Gartenanlage sowie zu den historischen sowie aktuellen Aufnahmen ermöglichen es dem Leser, sich die ganze Bedeutung und Faszination des Rheinsberger Gartenreichs zu erschließen. Entstanden ist das faszinierende Buch im Übrigen durch das Engagement des Kunst- und Kulturvereins Rheinsberg sowie durch finanzielle Beiträge zahlreicher Sponsoren.
Das Rheinsberger Gartenreich – Sehnsuchtsorte in alten und neuen Bildern. Von Claudia Sommer, Katrin Schröder und Detlef Fuchs. Hardcover, Pappband, 192 Seiten, 146 Abbildungen, 40 €. Hirmer Verlag, München, 2026. ISBN-Nummer 978-3-7774-4603-5

