Vortrag „Streifzüge durch Schloss-, Lust- und Bürgergärten – eine Gartenreise durch Thüringen“

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“, sagte einst Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832). Er, der seinen Lebensmittelpunkt über viele Jahre in Weimar fand, war ein begnadeter Literat und ständig auf Reisen. Häufig war er in Schlössern des Thüringer Adels, aber auch in den Gärten seiner Dichterfreunde zu Gast.

Thüringen ist ein an Gartenkultur reiches Land, das von historischen und moder­nen Parkanlagen, Gartenausstellungen, Schaugärten, botanischen Gärten mit seltenen Pflanzen und Gehölzen und Parkanlagen in den Kurorten geprägt ist. Schlossgärten, Volks­parks und bürgerliche Gartenoasen zieren das Land, dessen Hauptstadt Erfurt den Beinamen „Blumenstadt“ trägt. Um Erfurt herum legt sich ein ganzer Kranz an besonderen Gärten, die unsere Gartenkunst beeinflusst haben. Der Vortrag entführt in die schönsten Gärten Thüringens – von Schlossgärten wie Gotha, Altenstein und Dorn­burg über öffentliche Gartenanlagen wie den „ega­park“ in Thüringen bis hin zu den Gärten der Weimarer Dichter und Denker ­oder in den viel zu wenig bekannten Reformgarten eines Kunstmäzens. Merk­­würdige Büsten chinesischer Edelfrauen, russi­scher Kö­nige und indianischer Stammesfürsten schau­en aus den Nischen der Parkmauer eines Schlossgartens bei Weimar auf uns herab.

Die Reise führt uns auch in die Kurstadt Bad Langensalza mit ihren prachtvollen, äußerst unterschiedlichen Gärten, die sich wie ein Ring um die Stadt schmiegen – darunter ein japanischer Garten, ein üppiger Rosengarten und der intime Garten eines kleinen Barockschlösschens. Wir flanieren durch Orangeriegärten und spüren der Kultur des Färberwaids und der Brunnenkresse sowie dem Anbau von Pflanzensamen nach. Kommen Sie mit auf eine Reise zu den schönsten Gartenparadiesen Thüringens, die uns von der Zeit der Renaissance und des Barocks über die Epoche der Landschaftsgärten englischen Stils bis in die Gegenwart begleitet!

„Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache Blumen zu holen.“

Johann Gottfried von Herder (1744 – 1803)