Vortrag »Ein Leben für die Gartenkunst – die Hofgärtner und ihre Zeit«

Hofgärtner arbeiteten für Fürstenhöfe und regierende Adelige und schufen für sie und mit ihnen Gartenanlagen, die die Gartenkultur bis heute prägen. Ohne die Lennés, Weyhes, Fintelmanns, Sellos oder Nietners gäbe es viele berühmte Parks und Gärten heute nicht: etwa die Berlin-Potsdamer Gartenlandschaft, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich oder etwa den Englischen Garten in München. Und dass diese grünen Schätze so schön sind, wie wir sie kennen und lieben, verdanken wir vor allem den Hofgärtnern! Doch was genau war die Aufgabe der Hofgärtner und wie sah ihr Arbeitsalltag aus? Welche Rolle spielten sie im höfischen Umfeld? Und wie wurde man eigentlich zum Hofgärtner? Zum 150. Todesjahr des Gartengestalters Peter Joseph Lenné möchte der Vortrag „Ein Leben für die Gartenkunst – die Hofgärtner und ihre Zeit“ diesen und anderen Fragen rund um die spannende Zunft der Hof­gärtner nachgehen. Wir erhalten einen spannenden Einblick in die Entstehungszeit und –bedingungen großer Parkanlagen und lernen einige der großen Hofgärtnerdynastien kennen.

Die Hofgärtner haben uns ein großes Werk hinterlassen: Sie planten neue Garten­anlagen und pflegten die Gärten, die sie von ihren Vorvätern übernommen hatten. Sie legten Boskette und Broderieparterres an und planten Sichtachsen. Sie machten aus Barockgärten Parks im Stil des englischen Landschaftsgartens. Sie kümmerten sich um die Anlage von Blumenrabatten, ließen Spezialquartiere für exotische oder südländische Pflanzen errichten und entwickelten eine wahre Meisterschaft, diese fremden Pflanzenschätze in Orangerien, Melonerien oder Ananashäusern zu pflegen. Sie hatten die Oberaufsicht über die herrschaftlichen Küchengärten und nahmen Einfluss darauf, was auf den königlichen Tellern landete. Sie züchteten Blumen für die Blumenbuketts in Schlössern und Fürstensitzen. Sie betrieben eigene botanische Studien und trugen so dazu bei, den Schatz des Pflanzenwissens vermehren zu helfen. Durch einen intensiven Austausch mit anderen Hofgärtner­kollegen halfen sie beim Verbreiten dieses Pflanzenwissens und vor allem neuer Gartenstile. Ohne sie gäbe es die schönen herrschaftlichen Parks und Gärten nicht, die wir heute mit so viel Bewunderung erleben dürfen. Ohne sie wäre das Gärtnern bloßes Beackern einer Grünfläche und nicht eine ganz besondere Kunstform – die Gartenkunst!

Der Vortrag wurde unter anderem gehalten für: DGGL Hessen, Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, DGGL Westfalen.