150 Jahre Mekka der Baumschulkunst

Seit nunmehr 150 Jahren steht der Name von Ehren nun schon für ein Familienunternehmen, dessen ganze Leidenschaft sich großen Bäumen und Solitärgehölzen widmet. Firmengründer Johannes von Ehren (1832-1906), eigentlich Sohn eines Schiffers, erlernte zunächst in der Baumschule von James Booth das Gärtnerhandwerk und reiste während seiner Lehr- und Wanderjahre quer durch Deutschland und Europa. Er pachtete von Baron Jenisch ein kleines Grundstück und errichtete dort 1865 seine eigene Baumschule. Die Unternehmensgründung fiel in eine günstige Zeit: die Baumliebe der reichen Hamburger Landschaftsgartenbesitzer und eine zeitgleiche wirtschaftliche Blüte sorgten schnell für vorzeigbare Geschäftserfolge. Schon zehn Jahre später lieferte von Ehren seine grünen Zöglinge sogar bis nach Kopenhagen!

1883 tritt der einzige Sohn des Firmengründers, Lorenz von Ehren I (1867-1948), nach der Lehre in einer Kieler Baumschule ins Unternehmen ein, das er 1898 schließlich übernimmt. Unter seiner Ägide gelangt die Baumschule zu internationalem Ansehen: Die von Ehrens liefern Bäume an die Höfe von England, Dänemark und Preußen sowie an den Zarenhof in St. Petersburg. Zum Schwerpunkt der Baumschule entwickeln sich immer mehr die Anzucht und der Handel mit Solitärgehölzen und großen Bäumen. So sind in den alten Auftragsbüchern des Firmenarchivs in dieser Zeit große Birken für den Jenischpark in Hamburg, Paulownien für das Arboretum der Baronin von Donner und große Thuja für den römischen Garten von Max Warburg verzeichnet. Der Erste Weltkrieg ließ den Handel mit dem Ausland zum Erliegen kommen und auch nach dem Krieg warteten harte Jahre auf die Baumschule: So mussten Reparationsleistungen mit Pflanzen aller Art geleistet und auch die Folgen der Inflation bewältigt werden. Mit Beginn der 20er Jahre jedoch begann das Geschäft wieder zu florieren. Doch als die dritte Generation der von Ehrens ihr grünes Erbe antrat, die dem Unternehmen seit Anfang der 40er Jahre mit Johannes von Ehren II (1899-1982) und Lorenz von Ehren II (1906-1982) vorstand, musste die Baumschule erneut durch schwere Zeiten gesteuert werden. Der Baumschulbetrieb hatte sich während des Zweiten Weltkrieges dem Anbau von Obst- und Gemüse zu widmen. Lediglich die wertvollsten Gehölze konnten in dieser Zeit weiter vermehrt werden, so dass von der einst üppigen Sortimentsvielfalt nur ein kleiner Teil übrig blieb.

Um die Nachfrage nach Bäumen und Pflanzen aller Art und Größe für den wachsenden Bedarf im Nachkriegsdeutschland zu decken, bereisen die Baumschuler bekannte Betriebe in Europa und den USA, um dort ihr Sortiment neu zu bestücken. Die vierte Generation der von Ehrens übernahm Anfang der 60er Jahren die Verantwortung für das Familienunternehmen: Sowohl Lorenz von Ehren III (*1937) als auch Bernd von Ehren (*1938) hatten zuvor eine Baumschul-Gärtnerlehre absolviert und sich in Europa und den USA umfassend weitergebildet. Erste Baumschulquartiere südlich der Elbe wurden nun in Kultur genommen. 1965 rief man in Bad Zwischenahn ein Zweigbetrieb ins Leben, der sich vor allem mit Formschnittgehölzen und immergrünen Solitärgehölze einen Namen machte. Ins Jahr 1994 fiel der Sprung über die Elbe nach Hamburg-Marmstorf, wohin die Firmenzentrale aus logistischen Gründen die Firmenzentrale umgesiedelt worden war.

Heute wird die Baumschule in fünfter Generation von Bernhard von Ehren (1972) zusammen mit Konrad Parloh geführt. Auf über 500 Hektar Produktionsfläche und mit 150 Mitarbeitern werden vor allem große Bäume und Solitärgehölze gehegt und gepflegt, an denen auch Urahn Johannes von  Ehren bestimmt seine Freude hätte!

 

Bildquelle: Pflanzenhandel Lorenz von Ehren