Von Ladys in Gummistiefeln

Cover LadysInGummistiefelnAuch wenn es in früheren Zeiten es als unpassend galt, wenn Frauen im Garten arbeiteten, hat es dennoch  es zu allen Zeiten auch immer faszinierende Frauen gegeben, die sich auf besondere Weise um die Kultivierung, Dekoration und bildliche Darstellung von Pflanzen verdient gemacht haben. Sie pflegten großartige Gärten oder  machten sich auf abenteuerliche, strapazenreiche Reisen, um nach noch unbekannten Pflanzen zu suchen oder diese auf Papier zu bannen. Sie gestalteten prachtvolle florale Dekorationen, die in allerhöchsten Kreisen Bewunderung fanden. Und so manche von ihnen machten ihre „grüne Leidenschaft“ sogar zu ihrem Broterwerb , sie erkämpften sich den Weg, um in Gartenbauschulen lernen zu dürften. Auf die Spuren solcher „Ladys in Gummistiefeln“ hat sich Kunsthistorikerin Claudia Lanfranconi begeben. In 17 Portraits stellt Gartengestalterinnen wie die schillernde Operndiva Ganna Walska, die berühmte Norah Lindsay oder die Herzogin von Devonshire vor, aber auch moderne Vertreterinnen dieser Zunft wie Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen. Als Mann verkleidet begab sich Jeanne Baret auf botanische Forschungsreisen rund um die Welt und auch die große Pflanzenkennerin Amalie Dietrich scheute keinerlei Anstrengungen, wenn es botanische Geheimnisse zu enträtseln galt. An die Blumendekorateurin Constance Spry erinnert heute immerhin noch der Name einer Rosensorte, die faszinierenden Lebensläufe der begeisternden Julia Clements oder einer Valerie Finnis jedoch  dürften vielen Gartenfreunden eher unbekannt sein. Auch der botanischen Malerei haben sich viele große Frauen wie Giovanna Garzoni, Lelia Caetani Howard oder Vanessa Bell verschrieben. Und die grandiosen großformatigen Pflanzenportraits der Gegenwartskünstlerin Rosie Sanders machen heute ganz zu Recht von sich reden. Begeben Sie sich doch einfach auf die Spurensuche nach den Grandes Dames der Gartenkultur!

Claudia Lanfranconi: Ladys in Gummistiefeln. Noch mehr Damen mit dem grünen Daumen. Verlag Elisabeth Sandmann, München 2014.