Lustwald, Beet und Rosenhügel

Eines der zentralen Elemente in der Gartengestaltung ist die Frage der Pflanzenverwendung. Doch in den Büchern zur Gartenkunstgeschichte spielte dieser Aspekt bislang noch keine wirklich große Rolle. Dies mag daran liegen, dass die Forschung in diesem Bereich ebenso schwierig wie aufwändig ist. Umso wichtiger ist es, dass sich nun endlich der ausgewiesene Gartenhistoriker Clemens Alexander Wimmer dieser wichtigen Aufgabe gewidmet und nun seine Erkenntnisse veröffentlicht hat. Mit seinem Buch „Lustwald, Beet und Rosenhügel. Geschichte der Pflanzenverwendung in der Gartenkunst“ hat der Autor diese große Forschungslücke geschlossen. In seinem Überblick über die Geschichte und Verwendung der Gartenpflanzen von der Renaissance bis zum Ende der Moderne um 1970 erklärt er, wie sich die Pflanzensortimente entwickelt haben, die in den einzelnen Epochen typisch waren. Wie wurden etwa Gehölze, Stauden, Zwiebeln, Topfpflanzen und Sommerblumen in den verschiedenen Arten von Gärten verwendet? Wie wurden Obstgehölze geschnitten, wie wurden Rasenbereiche angelegt? Doch warum sollte das uns heute interessieren? Indem wir uns mit der Vorgehensweise unserer Vorfahren beim Anlegen von Gärten und Parks befassen, können auch wir wichtige Erkenntnisse und Anregungen für das moderne Gartendesign gewinnen. Denn nicht umsonst sagt der spanische Landschaftsdesigner Fernando Caruncho: „Wer im Garten schöpferisch sein will, muss wissen, aus welchen Traditionen er schöpft“. Die Auszeichnung des Werkes mit dem Deutschen Gartenbuchpreis 2015 ist daher mehr als verdient!

Clemens Alexander Wimmer: Lustwald, Beet und Rosenhügel. Geschichte der Pflanzenverwendung in der Gartenkunst, vdg Verlag Weimar 2014.